[REVIEW] 07./08.04.2018 | Beatsteaks – Bremen/Bielefeld

Nach der restlos ausverkauften Club-Tour im Herbst 2017, starten die Beatsteaks nun in grösseren Hallen mit ihrer Yours Tour 2018 durch. Wir haben die Möglichkeit die Berliner auf dieser Tour zu begleiten und starteten am Samstag, 07.04.2018 mit ihnen in Bremen im ausverkauften Pier 2 und Sonntag, 08.04.2018 im ebenfalls ausverkauften Ringlokschuppen Bielefeld durch.


Samstag, 07.04.2018 | Pier2 Bremen

Endlich geht es los: Das Pier 2 in Bremen ist pickepackevoll und die Luft ist wie in einer Sauna. 2.800 Fans sind gespannt, was die Beatsteaks auf die Bühne zaubern. Bereits im Vorfeld hatte Sänger Arnim Teutoburg-Weiss angekündigt, dass es auf dieser Tour keine feste Setlist geben wird und so durfte man gespannt sein, welche Songs es an diesem Abend zu hören geben wird.

Bevor es jedoch mit den Beatsteaks losging, waren Turbostaat aus Husum an der Reihe um das Publikum in Stimmung zu bringen. Und sie taten es gut und brachten 30 Minuten Power ins Pier 2 und gewannen sicherlich viele neue Fans hinzu.

Um kurz vor 21 Uhr ging das Licht aus und zur allgemeinen Überraschung gab es vorerst Musik aus der Konserve. DJ Illvibe (u.a. Seeed, Peter Fox, Marteria),  heizte mit einigen Klassikern die letzten fünf Minuten ein und aus dem Off ertönte immer wieder  „Bremen, seid Ihr bereit?“ von Arnim Teutoburg-Weiss, der wenig später mit seiner Band zu „Yours“ auf der Bühne stand und es kein Halten mehr gab. Die Menge tobte und wurde direkt mit „Hey Joe“ weiter angeheizt. Hier gab es dann auch direkt den ersten Gast auf der Bühne, denn mit Richie Koch wurden die Beatsteaks per Trompete unterstützt. Als wenn die Menge nicht schon genug aufgeheizt war, ging es danach direkt zu „Frieda und die Bomben“ über, dass zur Überraschung nicht von Bernd Kutzke, sondern vom Turbostaat-Frontmann Jan Windmeier gesungen wurde.

Auch in der Folgezeit gab es nur noch Vollgas, jedoch mit kleinen technischen Problemen. Immer wieder gab es laute Aussetzer beim Sound, sodass die Band die Show unterbrach, aber gleichzeitig versprach, dass das Konzert weitergeht und natürlich alles gespielt wird, auch wenn es bis spät in die Nacht gehen würde. Gesagt, getan: Nach rund 10 Minuten ging es mit Milk & Honey weiter und es folgten noch einige „Schmankerl“. So gab es ein Solo von Arnim mit „Bullets from another Dimension“ oder die dreifache „Barfrau“, „Not Ready to Rock“ und „Shut up stand up“, bei dem sogar ein Fan den Gesang übernehmen durfte.

Mit „I want to break free“, dem legendären Queen Cover, machte sich Arnim auf um einen kleinen Spaziergang durch die Menge zu machen und um sich einen Gin Tonic an der gegenüberliegenden Bar zu ordern, auf der er gleichzeitig feierte und später noch ein kleines Mädchen zu sich holte.

Zurück auf der Bühne waren dann „Hail to the freaks“ und „Gentleman of the Year“ die letzten Songs des Haupsets, dass aus grossartigen 31 Songs bestand. Mit „French Disko“, „I don’t care as long as you sing“ und dem Beastie Boys Cover „Sabotage“ war dann jedoch irgendwann endgültig Schluss und die Fans waren sich einig, dass sie, bis auf die kleinen technischen Probleme, ein grossartiges Konzert erleben durften.

Turbostaat

Beatsteaks


Sonntag, 08.04.2018 | Ringlokschuppen Bielefeld

Zweiter Tourstop war der Ringlokschuppen in Bielefeld. Wie bereits in Bremen, war das ehemalige Bahn-Gebäude ebenfalls sehr gut aufgewärmt. Dies änderte sich auch nicht bei Turbostaat, die auch in Bielefeld viel dafür taten, dass sie ihren Bekannheitsgrad in den 30 Minuten Spielzeit deutlich erhöhen.

Mit DJ Illvibe ging es dann auch um Punkt 21 Uhr im Ringlokschuppen los. Statt Arnims Ansagen aus dem Off, wie am Samstag in Bremen, übernahm er das Anheizen der Menge nun selber und spielte einen kleinen Countdown herunter, bis es direkt in Yours überging. Das Bühnenset wurde ebenfalls ein wenig ausgebaut und so hatte Arnim zwei Plattformen direkt an den Absperrungen, die er häufig und gern nutzte um noch näher am Publikum zu sein. Bis auf die ersten drei Songs, änderte sich die Setlist anschließend komplett – zumindest in der Reihenfolge. Neu hinzu kamen in Bielefeld „Policoro“, „Schlecht“ und „Deamons Galore“.

Die Stimmung kochte und der Ringlokschuppen war eine einzige Party. Auf der Bühne eine, erneut, grossartig aufgelegte Band, vor der Bühne eine wilde, feiernde, lautstarke Menge, die gar nicht genug von den Beatsteaks bekommen konnte.

Man darf gespannt sein, wie die Stimmung in den kommenden Shows sein wird, wenn es in die großen Hallen geht, denn das Pier 2 in Bremen (2.800 Fans) und der Ringlokschuppen in Bielefeld (2.500 Fans) sind vergleichsweise noch kleine Clubs im Hinblick auf die kommenden Shows. Nächster Tourstop wird dann München sein, wo ins Zenith bis zu 6.000 Fans sein werden.